Neun Millionen Euro für schnelleres Internet im Osnabrücker Land
NOZ 21.04.2010
df Osnabrück.
Bis zu neun Millionen Euro müssen Kommunen und Landkreis in die Hand nehmen, um die so genannten weißen Flecken auf der Breitbandkarte mit schnellem Internet zu versorgen. Das ist eines der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, die am Mittwoch im Osnabrücker Kreishaus vorgestellt wurde.
Erster Kreisrat Reinhold Kassing verdeutlichte, dass kein Weg um diese Investitionen herumführt: „Die Bürger erwarten das von uns. Die Unzufriedenheit ist sehr hoch.“ Nicht nur Privatpersonen würden unter mangelnder Internetversorgung leiden. Vor allem für Gewerbebetriebe sei der Zugang zu schnellem Internet inzwischen ein wichtiger Standortfaktor.
Langfristiges Ziel ist es laut Kassing, jedem Bürger im Landkreis den Zugang zu Breitband-Internet zu ermöglichen. Der Weg dahin führt nach den Ergebnissen der Studie, die das Beratungsinstitut Seim & Partner im Auftrag von Kreis und Kommunen angestellt hatte, über zwei Stufen.
Demnach sollen zunächst möglichst schnell alle weißen Flecken verschwinden. Wie bereits berichtet, wird das der Job der neuen Telekommunikationsgesellschaft für den Landkreis Osnabrück, kurz Telkos, sein. Am 1. Juli soll die Gesellschaft ihre Arbeit mit einem Startkapital von 2,5 Millionen Euro aufnehmen. Das wird allerdings nicht ausreichen, um sämtliche Lücken von Kabel- oder Funktechnik zu schließen.
Die Studie zeigt auf, dass bis zu neun Millionen Euro aus den Geldbeuteln von Kreis und Kommunen notwendig sein könnten, um auch in die abgelegenen Winkel einen Breitbandanschluss zu legen. Unterstützung kommt aus dem Topf des Konjunkturpaketes II: 1,7 Millionen Euro hat das Land Niedersachsen für die Internetversorgung bewilligt.
Glasfaser im ganzen Kreis
Wo Investitionsbedarf besteht, ist im Zuge der Studie ebenfalls ermittelt worden. Wann allerdings welcher weiße Fleck angegangen wird, dazu bietet die Studie keine Antworten. Die Entscheidung darüber soll die Politik übernehmen.
Diese erste Stufe ist allerdings nur ein Zwischenschritt. Als optimale Lösung der Probleme schlägt das Beratungsinstitut ein kreisweites Glasfasernetz vor. Geschätzter Kostenpunkt: 390 Millionen Euro. Auch wenn dies nicht überall umgesetzt werden kann, gibt Kreisrat Kassing eine Zeitspanne von zehn bis zwanzig Jahren an, in der diesem Ziel zumindest nahe gekommen werden soll.
„Genau so, wie Kreisstraßen wichtig sind, sind inzwischen auch virtuelle Straßen wichtig“, führte Kassing an. „Auf lange Sicht müssen wir konkurrenzfähig bleiben und eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen schaffen“, rechtfertigt er die Kosten, die auf die Gemeinden und Kreis zukommen werden.
geschrieben: 21. April 2010 unter Pressemitteilungen.
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