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Neue OZ: Ganztagsschule soll endlich attraktiver werden

“Eine Gemeinde muss mit Visionen leben. Also nehmen Sie sich endlich ein Herz zum Wohle der Kinder und handeln Sie. Es muss ein Masterplan her, um die Schule endlich zeitgemäß auszustatten.” Der Schulleiter der Ludwig-Windthorst-Schule, Helmut Schmidt, wandte sich in einem leidenschaftlichen Appell an die Mitglieder des Schulausschusses.

Seine Forderung, zur Entwicklung der Ganztagsschule nach jahrelanger Diskussion nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen, fand am Ende Gehör. Einstimmig votierte der Ausschuss für die Bildung eines Arbeitskreises, dem neben Vertretern des Ausschusses und der Verwaltung auch der Schulleiter, ein Elternvertreter sowie ein Architekt angehören sollen.

Der höchst emotional geführten Debatte war eine Bereisung durch den Landkreis vorausgegangen, wobei Vertreter des Rates und der Verwaltung sich ein Bild von vergleichbaren Einrichtungen von Dissen bis Bersenbrück gemacht hatten.

Fazit des Ausschussvorsitzenden Michael Brandmann (CDU): In Glandorf bestehe dringender Nachholbedarf, um die Windthorst-Schule für den Ganztagsbetrieb aufzuwerten. Man solle allerdings nicht ins Blaue planen, sondern hinsichtlich der baulichen Veränderungen bei der Aula, Mensa und einem eventuellen Anbau Prioritäten setzen.

Angesichts der durchweg guten Eindrücke und hervorragenden Ausstattung in den besichtigten Nachbarschulen pflichtete auch Bürgermeister Franz-Josef Strauch bei, dass es in Glandorf einen erheblichen Nachholbedarf bei der räumlichen Ausstattung gebe. Gleichwohl kritisierte er die “starke Ungleichbehandlung” bei der Verteilung der Zuschüsse. Es sei politisch falsch, so Strauch, dass bei Fördergeldern nach dem Prinzip “Wer zuerst kommt, kriegt zuerst” verfahren werde.

Ungeachtet dessen müsse jetzt für Glandorf schleunigst ein Konzept her, und zwar mit professioneller Hilfe, forderte Strauch. Sein Vorschlag: mit dem Büro Dr. Ahrens und Pörtner einen Fachmann holen, der zunächst Ideen hinsichtlich der baulichen Veränderungen einbringen soll.

In einer flammenden Rede unterstrich sodann Helmut Schmidt die Forderung der Schule nach einer besseren Ausstattung. Es sei schon beschämend zu sehen, dass andere Schulen vom Feinsten ausgestattet seien, während in Glandorf mit dem Geld gehunzt werde, betonte Schmidt.

“Es muss endlich weitergehen zum Wohle unserer Kinder. Wir haben nicht nur einen hohen Sanierungsbedarf, sondern einen zwingenden Handlungsbedarf. Ich wünsche mir einfach mehr Lokalpatriotismus”, ereiferte sich der Schulleiter.

Er rief in Erinnerung, dass die Forderungen keineswegs neu seien, bereits im Juni 2005 hatte Schmidt in einem mehrseitigen Schreiben an die Verwaltung auf die Defizite hingewiesen und diesen Forderungskatalog mehrfach untermauert.

“Wir sprechen heute über Dinge, die alle längst bekannt sind”, fuhr Schmidt mit Blick auf notwendige Renovierungen in den Klassenräumen, bei der Akustik, bei Energiesparmaßnahmen und bei der Pausenhalle fort. Angesichts der schleppenden Beschlusslage sei man mittlerweile verbittert, daher müsse nun Tempo gemacht werden.

“Es widerspricht ja keiner”, lenkte Josef Wulfert (CDU) ein. Allerdings könne sich Glandorf keine Ausstattung “de luxe” leisten, sondern man müsse schon auf das Portemonnaie achten.

Dem Vorschlag des Bürgermeisters, den Arbeitskreis schnellstmöglich zu installieren, stimmte das Gremium am Ende geschlossen zu. Ein erstes Treffen soll schon in wenigen Tagen anberaumt werden.



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